Pferderassen in Deutschland

 

Nach Schätzungen beläuft sich die Pferdezahl weltweit auf circa 60 Millionen. Durch teils jahrhundertelange Selektionen sind über 300 Rassen gezüchtet worden, wovon die Quarterhorses mit über 4 Millionen Pferden die größte Rasse bilden.

Wie viele Pferde heute in Deutschland gehalten werden, ist durch Zählungen nicht genau zu ermitteln. Noch in den fünfziger Jahren gab es vor Beginn der Motorisierungswelle über 2,5 Millionen Pferde in Deutschland!

Schätzungen heute gehen davon aus, dass die Pferdezahl vom niedrigsten Niveau, das jemals in Deutschland erreicht wurde, im Jahr 1970 (ca. 300.000 Pferde einschließlich des Bestandes in der damaligen DDR) auf weit über 800.000 angestiegen ist (BENDER, KOSMOS Handbuch Pferd, 2006).

 

Durch stürmische Entwicklung aller Sparten der Beschäftigungen mit Pferden insbesondere durch die Vielfalt der Freizeitreiter, des Westernreitens und der Gangpferdeszene, ist die Rassenvielfalt in Deutschland heute größer denn je. Längst abgeschriebene Kaltblüter für die unterschiedlichsten Aktivitäten bereichern das Rassenspektrum ebenso wie damals nur in Filmen oder Reiseberichten vorkommende exotische Rassen aus Übersee – vom Isländer bis zum Paso Fino.

Ursachen für Körper und Verhaltensunterschiede bei Pferderassen

 

Wesentliche Ursachen für abweichende Ansprüche sind Körper- und Verhaltensunterschiede zwischen den Rassen. Um Besonderheiten deutlich machen zu können, ist es zweckmäßig, alle Rassen in Gruppen einzuteilen.

Wir merken uns

Zwar sind alle Pferde mit Blick auf die artgemäßen Ernährungsgewohnheiten prinzipiell gleich zu behandeln, aber die speziellen Ernährungsansprüche unterscheiden sich durchaus. Für die Fütterungspraxis ist die Berücksichtigung rassenbezogener Unterschiede erste Grundlage jeder Rationszusammenstellung.

 

 

Nord- und Südpferde

Generell hat sich bewährt, alle Pferde zunächst in die Kategorien Nordpferde und Südpferde entsprechend der Einteilung nach Skelettfunktionstypen und gebietlicher Abstammungs- herkunft einzuordnen.

 

Charakteristisch ist für Nordpferde, dass sie – als Pferde der Kaltklimazone – ursprünglich aus regenreichen Hügelländern und Inseln sowie kalten, schneereichen Flachlandgebieten und Hochgebirgstälern Eurasien stammen.

 

Für Süd-pferde – als Pferde der Warmlinazone – ist die ursprüngliche Herkunft aus warmen Lndern und Trockensteppen eurasiens, Nordafrikas und der arabischen Halbinsel kennzeichnend. Diesen Herkunfts-Kategorien können Rassengruppen zugeordnet werden, um eine für Beschreibungen allgemeiner Merkmale und Ansprüche einfache, verständliche Abgrenzung zu erhalten.

 

 

 

 

 

 

Quelle & Zitat: Ingolf Bender; „Pferdehaltung und Fütterung – Das Standard Werk“, S. 241 – 246, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart, 2015, ISBN 978-3-440-14988-1